Reportagen: 2015

19.06.15 - 21.06.15 Styrkeprøven Trondheim - Oslo

Bericht 'Nadja Schumacher' Styrkeprøven

Im Handbike 550km von Trondheim nach Oslo

Daniel Schmitt - Nadja Schumacher - Matthias Schumacher

Am Freitag, 19.06. um 22.00 Uhr war es endlich so weit: der Start der „Store Styrkeproven“. Hatte es an den Tagen davor ziemlich viel geregnet, lockerten die Wolken mehr und mehr auf. Auf den ersten Kilometern durch den Stadtverkehr von Trondheim, machten mir die Auspuffabgase sehr zu schaffen, doch als die Stadt hinter mir lag, konnte ich die Landschaft im Sonnenuntergang genießen.

Matthias Schumacher und Daniel Schmitt begleiteten mich im Auto. Sie fuhren immer ca. 10 -15km voraus, warteten dann auf mich, um mich bei Bedarf mit Essen, Trinken oder Wechselkleidung zu versorgen. 170km ging es bergauf, die Temperaturen lagen in der klaren, hellen Nacht bei ca. +5°C. Auf der Hochebene war kein Grün zu sehen, weil dort bis vor Kurzem noch Schnee lag. Nach 11:25h erreichte ich den ersten Kontrollpunkt Dombas bei 198km. Auch am Samstag blieb es trocken und ich konnte mich bei der Abfahrt nach Lillehammer etwas erholen.

Von Lillehammer nach Oslo waren es noch 200km mit 1800Hm. In der zweiten Nacht war es stark bewölkt, die Strecke führte durch lange Waldstücke, so dass es wesentlich dunkler war, als in der ersten Nacht. Langsam machte sich der Schlafmangel bemerkbar. Gegen Sonntag Morgen begann ich im Handbike zu „träumen“, ich versuchte mich nur noch auf das Kurbeln zu konzentrieren und nicht an die Kilometer zu denken die noch vor mir lagen. Matze und Daniel hatten ebenfalls mit der Müdigkeit zu kämpfen.

Die Strecke von Minnesund nach Oslo schien ewig zu dauern. Besonders schlimm wurde es für mich in Oslo, kurz vor dem Ziel. Die Strecke führte nun durch viele Kreisverkehre und Abzweigungen, die durch kleine Pfeilschilder markiert waren. Oft war ich mir nicht mehr sicher, ob ich richtig war, so dass meine Begleiter mit dem Auto bis zur letzten Abzweigung zurück fuhren, um zu prüfen, dass wir auch tatsächlich richtig abgebogen waren. Es sah oft so gleich aus, dass ich das Gefühl hatte im Kreis zu fahren, immer wieder ging es starke Anstiege hinauf, um gleich nach der Kuppe wieder bergab zu gehen.

Nach 34:06 h erreichte ich das Ziel Ekeberg, müde, erschöpft aber glücklich. Besonders schön, fand ich an dem Radrennen die Stimmung auf und an der Strecke. Da am Abend vor der Styrkeproven ein Norwegischer Fernsehsender von mir berichtet hatte, weil ich die erste Frau im Handbike bei diesem Rennen war, wurde ich von allen Radfahren und Zuschauern kräftig angefeuert.

Am Sonntag Abend regnete es wieder – Glück gehabt!

Nadja Schumacher

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