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6. reha team West & Otto Bock - Trophy   -   21. Internationale Korschenbroicher CITY-LAUF
„Aus zwei mach vier!“

26.Apr.2009 - Es knisterte an der Startlinie. Alle Vorzeichen deuteten darauf hin, dass die 6. reha team West & Otto Bock-Trophy im Rahmen des 21. Internationalen Korschenbroicher City-Laufes eine Neuauflage ihrer Vorjahresduelle erleben würde. Zu deutlich war die Dominanz von Wim Decleir und Roel Bruijn, die ihre Möglichkeiten auf dem anspruchsvollen Kurs (9 Runden über 11 862 m) zuletzt voll ausspielen konnten. Für den 37-jährigen Belgier war das Ziel heuer klar definiert, ging es doch darum, dem 24-jährigen Jungspund vom Team Double Performance den Titelhattrick streitig zu machen.

Aus dieser Konstellation heraus erlebten viele tausend Zuschauer einen Rennverlauf, der attraktiver nicht hätte sein können. Klar, die beiden Athleten aus Benelux mischten von Beginn an vorne mit, alleine aber waren sie nicht. Dafür sorgten Torsten Purschke und Vico Merklein. Der Chef des Otto Bock Teams, ehedem einen starken Saisonauftakt von Rosenau mitbringend, und Merklein (Team Sopur), der in Hinblick auf das im Juni stattfindende Race across America mit reichlich Trainingskilometern angereist war, gelang es nicht nur das Rennen offen zu halten, sondern eigene Akzente zu setzen. Stets wechselnde Führungen und ein Höllentempo bestimmten das Geschehen, zumal sich Wim Decleir kurz vor dem Start seitens Moderator Holger Falk noch einmal vorsichtshalber den Streckenrekord mitteilen ließ. Bemerkenswert, dass ab der Mitte der Trophy aus den Vieren sogar ein Quintett wurde, als es dem bislang in der Szene kaum in Erscheinung getretenen Jetze Plat (24, Team Double Performance) gelang, den Anschluss herzustellen. Ein Problem mit der Kette ließ dessen Traum vom großen Überraschungscoup allerdings platzen.

Bruijn, Decleir, Purschke und Merklein eröffneten schließlich gemeinsam einen 200 m langen, unnachahmlichen Zielsprint auf der Hindenburgstraße. Und tatsächlich gelang es dem von seinen Teamkameraden „Iceman“ genannten Decleir, Buijn mit einer halben Sekunde Vorsprung und in neuer Streckenrekordzeit von 20:29,97 Minuten zu distanzieren. Bemerkenswert, dass Purschke (3.) und Merklein (4.) nur jeweils eine Sekunde dahinter ins Ziel kamen und gleichermaßen unterstrichen, mit welchen Ambitionen sie diese Saison in Angriff genommen haben. Selbst Jetze Plat gelang es als Fünften, den alten Streckenrekord (21:08,55 Minuten) deutlich zu unterbieten. In der Endabrechnung durfte sich jedoch auch Torsten Purschke als Sieger feiern lassen, da Decalir, Bruijn und Plat in der Division C2 und Purschke mit Merklein in der C1 gewertet wurden. Dritter wurde hier Hartmut Goldapp (22:47,39 Minuten).

Auch Edward Maalouf (Team Sopur) bewies nach Verletzungsproblemen aufsteigende Form, zog in der Division B ungefährdet seine Runden und beendete die Trophy in starken 21:28,71 Minuten. Derweil lieferten sich Tobias Knecht (Otto Bock Team) und Jurgen Deneve (Flanders Handbike Team) einen packenden Fight um Rang zwei. Nachdem beide Athleten sich vorbildlich in der Führungsarbeit abwechselten und das Tempo hoch hielten, musste sich der 36-jährige Belgier (Sieger der HCT-Wertung 2008) seinem um ein Jahr jüngeren Kontrahenten in der Endabrechnung um rund eine Sekunde geschlagen geben.

Nicht zu vergessen, die Leistungen „alter Hasen“ (u. a. Linus Jungnitsch, Jörg Pieper, Markus Pilz oder Willem Takke) und der Newcomer sowie junger Athleten (u. a. Andrea Plückelmann, Kevin Bons oder Daniel Petersen), die alle an diesem Nachmittag nachhaltig unterstrichen, was die „Faszination Handbike“ auf einer solch publikumswirksamen „Sprintdistanz“ ausmacht.

Am Ende gab es jede Menge zufriedener Gesichter im Rahmen der Siegerehrung. Einziger Wermutstropfen bleibt die Herausforderung der elektronischen Zeitmessung, die den Veranstaltern trotz aller Bemühungen erneut in die Suppe spuckte und Holger Falk zum Studium des „Videobeweises“ veranlasste. „Aber das hat auch sein Gutes, so verbleibt doch immer noch Luft nach oben“, meinte der 44-jährige abschließend augenzwinkernd und freut sich auf die 7. reha team West & Otto Bock-Trophy in 2010. Der Termin ist allerdings noch offen.