Reportagen 2008     Bericht
Trainingslager Mallorca 2008
Uwe Herrmann
1000 Kilometer in zwei Wochen

März 2008 - Mit dem traditionellen Mallorca Trainingslager Ende Februar hat endlich das mühsame Rollentraining in unserer Tiefgarage ein Ende. Die Vorfreude ist jedes mal groß und genau diese motiviert vorher zum Rollentraining. Schließlich möchte man ja in einem Zustand dort einschweben, mit welchem das Training nicht nur Quälerei ist.

Was aber immer ’ne Quälerei ist, ist die Packerei. Was nimmt man mit, was nicht? Im Prinzip ist es am Ende eh immer verkehrt. Diesmal ging es erstaunlich gut von der Hand. So wurde Donnerstag der VW Bus gepackt und ab zum Vorabend-Check-in. Erstaunliches tat sich dort auf. Kein Mensch, keine Schlangen! So dauerte die ganze Geschichte gerade mal 10 Minuten. Was haben wir da sonst immer gestanden, ne Stunde war da gar nix. Nun ab, die letzten Kleinteile fürs Handgepäck zusammensuchen, und ab ins Bett.

Uwe Herrmann macht sein Bike fit für die nächsten zwei Wochen und 1000km

Um 3:50 Uhr war die Nacht zu Ende und um 5 stand das Taxi vor der Tür. Nun ab zum Flughafen. Einchecken, ins Flugzeug - alles kein Problem. Um 6:35 Uhr hob der Flieger ab und setzte pünktlich um kurz vor 9 Uhr in Palma auf. Mit etwas abenteuerlichen Hebebühnen wurde ich aus dem Flieger und zum Terminal gebracht. Aufs Gepäck, im Speziellen auf die Räder, wartet man ja immer, was auch diesmal so war. Am Meetingpoint wurden wir schon von Michael, einem Mitarbeiter des Veranstalters Bike Friends, begrüßt und zum Bus begleitet. Hier luden wird unser Gepäck und die Räder ein und machten uns auf, unseren Mietwagen zu suchen. Das war dann ’ne komische Aktion. Wieder am Meetingpoint wurden wir zu einem anderen Punkt vorm Flughafen-Gebäude gebracht, von dort ging’s mit einem Kleinbus zu einem etwas abgelegenen Punkt in der Nähe des Flughafens. Hier gab’s dann endlich das Auto und es konnte zum Hotel gehn.

So, endlich im Hotel. Jetzt Zimmer beziehen und anschließend Räder auspacken. Das Zimmer ging so. Das Bad wie im letzten Jahr sehr beengt, die Tür konnte man nur schließen, wenn man sich in die äußerste Ecke quetscht. Aber das Problem ham wir dann gelöst, indem wir kurzerhand einfach die Tür ausgebaut haben. Nun ab ins Fahrradzelt, die Räder auspacken und für ein erstes Einrollen fertig machen. Schnell war auch das erledigt. Jetzt ging’s kurz was einkaufen, ab in die Radklamotten und ins Bike bzw. auf die Räder. Als Einrollrunde hatten wir uns auf die lange Küstenstraße Richtung Pollenca und dann rechts ab in die wunderschöne Bucht von St. Vincent geeinigt. Anschließend ging es durch die Gärten wieder über Al Cudia zurück ins Hotel bei Playa de Muro. Am Ende standen 44 Kilometer auf dem Polar-Tacho. Das war doch schon ein guter Anfang. Dann hieß es duschen, das erste Abendessen und das erste Bier in der Hotelbar. Gegen 22 Uhr war ein langer erster Inseltag geschafft!

Mit dem ersten Frühstück begann der Ernst des Trainingslagers. Im Radzelt Luft prüfen und vor allen Dingen die Spur einstellen, dann ging’s auf zu einer ersten längeren anstrengenden Runde. Grob waren ca 70 Kilometer angedacht, so ging’s los und die ersten Steigungen standen gleich im Weg. Mit einem ersten Eindruck bei herrlichem Wetter kamen wir nach 4 Stunden wieder am Hotel an, dann duschen. Beim Abendessen machten wir ’ne grobe Planung, wo und wie wir die nächsten Tage fahren wollten. Das gute Wetter galt es auszunutzen, und das taten wir.

So fuhren wir jeden Tag zwischen 70 und 105 Kilometer bei super Bedingungen im Norden Mallorcas. Wir bewegten uns meist zwischen Santa Margalida, Inca, Muro, Sineu, Llubi, Pollenca und unserem geliebten Sa Pobla. Geliebt deshalb, da der Rückweg von Sa Pobla fast nur noch flach zum Hotel führte. Wir fanden viele neue ganz ruhige Strecken und hatten sehr viel Spaß, aber auch den ein oder anderen Defekt. Leider ging bei einem dieser Defekte Katharinas Kamera verloren und so auch fast alle Bilder.

Immerhin gönnten wir uns einen Ruhetag. An diesem besuchten wir das Kloster Lluc in ca. 600 Meter höhe. Eigentlich wollten wir diese Route mit dem Bike zurücklegen, aber dieses Vorhaben brachen wir so spontan wie wir es begonnen hatten auf der Hälfte ab. Geschafft hätten wir das locker.

 

Vorbereitung für die neue Saison: Friedhelm Müller

   genießt die Sonne: Uwe Herrmann

Das gute Wetter blieb uns zum Glück länger erhalten. Erst zum Ende trafen wohl Ausläufer Emmas auf Mallorca. Die Temperaturen fielen und der Wind frischte merklich auf. Die letzten zwei Einheiten waren bei Windstärke 7-8 sehr stürmisch. Wir konnten dem Wind jedoch relativ geschickt aus dem Weg fahren, indem wir auf durch Bäumen und kleinen Mauern geschützten Wegen fuhren.

Am Ende konnte erstmals die 1000-Kilometermarke geknackt werden. Da schmeckte das letzte Insel-Weizenbier besonders gut.

Leider waren die zwei Wochen schon wieder zu Ende. So verließen wir Mallorca in einer guten Form wieder Richtung Deutschland. Jetzt heißt es hoffen, dass man zu Hause weiter trainieren kann und nicht wieder auf die ungeliebte Rolle muss.

ein Blick auf eine der vielen Schönheiten Mallorcas