Hannes Köppen Ironman-Weltmeister 2007!
13.Okt.2007 - Hannes Köppen, querschnittgelähmter Triathlet des PV-Triathlon-Witten, gewann bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii den Weltmeistertitel in der Handbike-Klasse. Er benötigte für die 3,9 / 180 / 42 km lange Strecke 11:29:15 Std. (1:23 / 7:14 / 2:38; Rest: Wechselzeit).
Köppen konnte sich in diesem Jahr durch einen Sieg beim Ironman in Antwerpen zum zweiten mal in Folge für einen der nur vier weltweit vergebenen Startplätze in der Handbikeklasse qualifizieren. Während er im letzten Jahr durch einen Platten im Rennrollstuhl auf der Laufstrecke vom Pech verfolgt war lief in diesem Jahr alles rund. Bei knapp 40 °C im Schatten und sehr starkem Wind konnte er das Rennen fast wie aus dem Triathlon-Lehrbuch für sich entscheiden. Einen großen Vorsprung, den er sich auf der Radstrecke im Handbike erarbeitete, konnte er anschließend über die Laufstrecke retten. Der im Vorfeld als Favorit gehandelte US-Amerikaner Patrick Doak musste sich bei einer Gesamtzeit von 12:05:39 Std. mit dem zweiten Platz begnügen.
Hannes Köppen ist der erste deutsche Rollstuhlathlet dem eine Teilnahme auf Hawaii gelang (2006) und der erste, der nun Ironman-Weltmeister werden konnte. Für den nach einem Unfall im Jahre 1986 querschnittgelähmten Hochleistungssportler ist mit diesem Erfolg ein über viele Jahre kontinuierlich verfolgtes Ziel nun endlich erreicht: „ Ich bin dankbar, dass ich mein sportliches Ziel erreichen durfte, aber auch ein wenig traurig dass der Höhepunkt meiner sportlichen Laufbahn nun ganz offensichtlich erreicht ist.“
Der frischgebackene Ironman-Weltmeister und noch amtierender Weltmeister über die Halbdistanz (Ironman 70.3) wird seinen Abschied aus der Leistungsspitze hoffentlich nicht ganz so schnell nehmen, denn durch seinen Hawaii-Sieg ist ihm der Startplatz für den härtesten Triathlon der Welt auch im nächsten Jahr sicher.
Die einzige Frau innerhalb der Handbike-Division, die Belgierin Marieke Vervoort, scheiterte, wie schon zahlreiche vor ihr, an der 2. Cut-Off Zeit. Der Titel der ersten Rollstuhlathletin auf der Langdistanz bleibt somit weiterhin vakant.
Zu bemängeln ist die mangelhafte Berichterstattung der ARD vor Ort, die es nicht für nötig hielt den Erfolg in der Handbike-Klasse zu erwähnen und die im Ggs.zu dem grossen Interesse der US-amerikanischen Medien steht.