Berlin war eine Reise wert
24.Sept.2006 - Das lange Warten hatte endlich ein Ende. Nachdem der MLP Rhein-Neckar Marathon leider ins Wasser gefallen war, ging es nach noch längerer Wartezeit endlich weiter. Es hat sich gelohnt! Das ganze Wochenende traumhaft, schöner hätte es in der Hauptstadt mit denvielen Sehendwürdigkeiten gar nicht sein können. Eine ganze Stadt im Marathonfieber. Schon am Samstag beim Marathon der Inliner herrschte eine sensationelle Stimmung, einfach eine rundum tolle Atmosphäre. Der Samstag machte schon Appetit auf Sonntag.
Und so war er da, der Sonntag. Traumhafter Sonnenaufgang, überall Marathonis auf dem Weg zum Start, manche aufgeregt, andere routiniert. Die ersten Handbikerinnen und Handbikern konnte man auch schon auf den Straßen sehen. Ab ca. 8 Uhr herrscht schon große Betriebsamkeit rund um den Startbereich an der Straße des 17. Juni. Die Topfavoritinnen um Andrea Eskau und Monique van der Vorst und Topfavoriten um Wim Decleir und Errol Marklein beäugten sich schon beim Warmfahren. Für Errol Marklein sollte es zudem das letzte große Rennen werden. In Berlin, wo seine große Sportlerkarriere vor 30 Jahren begonnen hatte, genau da sollte sie auch enden. Alles war vorbereitet und dann…
Pünktlich um 8:30 Uhr erfolgte die Startaufstellung, und wer zu spät dran war, musste wie angekündigt von hinten starten. Einige erwischte es. Aber nicht nur deshalb kam es zu einigen Umsortierungen in der Handbike-Startaufstellung. Bei den Rennrollis war es etwas übersichtlicher zu handeln. Die Wachablösung Rennrollis und Handbiker war in Berlin ganz gut zu sehen. Standen früher bis zu 200 Rennrollis am Start, so waren es in diesem Jahr knapp 40. Das Starterfeld der Handbiker/innen kam immerhin auf 160.
Die Rennrollis waren um 8.40 Uhr auf die Strecke geschickt, um 8.50 Uhr folgte das große Feld der Handbiker. Und schon nach 50 Metern war einer der Favoriten nicht mehr mit dabei. Errol Marklein spielte sein Material einen Streich, er hatte nach wenigen Metern seine Kurbel im wahrsten Sinne in der Hand. Sein letztes Rennen hatte er sich gewiss ganz anders vorgestellt.
Der Rest des Feldes bewegte sich in rasender Fahrt auf die Siegessäule zu und weiter zur ersten Abbiegung am Ernst-Reuter-Platz. Bei den Männern formierte sich eine Spitzengruppe um den Vorjahressieger Wim Decleir, Elmar Sternath, Edward Maalouf, Arkadiusz Skrzypinski und Vico Merklein. Zwischen Kilometer 5 und 10 lichtete sich die Spitze, da Elmar Sternath Probleme mit seinem Auffahrschutz bekam und Decleir und Co. ziehen lassen musste. Die Spitze war sich einig und machte Tempo bis auf die Zielgerade am Brandenburger Tor, hier hatte wie schon so oft Wim Decleir die Nase vorn und fuhr mit 1:11:03 Stunden einen neuen Streckenrekord. Zweiter wurde Edward Maalouf und gewann so die Division B, Dritter wurde Arkadiusz Skrzypinski.
Bei den Frauen fiel die Entscheidung in der scharfen letzten Kurve. Andrea Eskau wurde leider vom eigenen Teamkollegen „abgeschossen“. Warum auch immer fuhr er die Kurve viel zu schnell und in falschem Winkel an und krachte so in Eskaus Handbike, die dabei ihre Kurbel verlor. Monique van der Vorst hatte leichtes Spiel und fuhr ungefährdet ihrem zweiten Berlin-Sieg entgegen. Immerhin konnte Eskau zu Ende fahren und dies sogar noch auf Platz zwei. Dritte wurde die Schwedin Jesica Hedlund. In der Division A setzte sich der Österreicher Christoph Etzelstorfer mit neuem Streckenrekord von 1:22:45 Stunden durch. Zweiter wurde hier Markus Jardler vor dem Hamburger Torben Bröer.
Berlin hat allen, ob im Rennrollstuhl oder im Handbike, jede Menge Spaß gemacht. Man ist sehr froh, Bestandteil einer solch großen Veranstaltung zu sein.