Montag 07.Apr
Wir (Andrea Eskau, Stefan Bäumann, Torben Bröer) haben hier eine gute Betreuung durch die Organisatoren, die uns heute auch gleich eine nette Strecke gezeigt haben und bis zur Hälfte Geleitschutz gaben. Die Damen und Herren vom Hotel sind auch sehr hilfsbereit und das Wetter ist super. Parallel sind auch eine Gruppe (ca. 15 Herren) von Enduro Fahrern geführt von Klaus Kinigartner aus Österreich natürlich auf KTM vor Ort, sodass ich leicht vom Thema Handbike wegkomme und mächtig Benzin reden kann. Da kommen doch alte Zeiten wieder hoch und ich konnte feststellen, dass die Jungs mit Sprüchen noch genauso aufs Mehl hauen wie früher (Torben ist ehemaliger, erfolgreicher Enduro Fahrer d.Redaktion)Wir werden morgen vorab die Strecke schon mal mit dem Auto sichten und die umliegenden Berge befahren.
Mittwoch 09.Apr
Nachdem wir gestern leider nicht wie abgesprochen die Strecke per Auto erkundeten, haben wir uns beim Abendessen mit George (Veranstalter) für den nächsten Tag an der Strecke verabredet. Auf einer Landkarte hat uns George dann den Weg zur Strecke gezeigt. Entfernung laut meinem „Freund“ George ca. 15-18 Km und nur mit einem leichten 3Km Anstieg versehen - also locker!
Damit wir Andrea Eskau / Stefan Bäumann und ich (Torben Bröer) das Mittagsessen nicht wieder verpassen sind wir etwas früher gestartet. Das Wetter ist etwas bedeckt und wir sind sogar pünktlich los gekommen. Zum Glück haben wir einen netten Begleiter namens Sortus (ein LC1 Fahrer) dabei, der den Weg zur Strecke kennt. Wir fahren wie die Tage zuvor, in Deutschland unvorstellbar, die ersten Kilometer auf der Autobahn! Anders als in Deutschland ist hier jedes Hupen, egal wie vehement es auch klingt, mit einer freundlichen Geste versehen. Man hat das Gefühl, die Menschen hier wissen genau was wir tun und dass wir ernsthaften Sport betreiben. Weiter Richtung Strecke durch einen mächtig hektischen Ort, wo irgendwie an jeder Ecke gebaut wird und viel Staub in der Luft liegt. Mein neues Sopur Bike läuft wie von alleine und ich finde mich immer besser zurecht. Wir fahren stetig mit einem leichten Anstieg und starkem Gegenwind auf einer Schnellstraße hinter Sortus her. Eine Stunde nach dem Start fangen Andrea und Stefan mit ihren geplanten Intervallen an und meine beiden Windschatten sind weg. Aber kein Problem, was soll denn noch kommen? Der Weg soll ja eben sein! Aber irgendwie nimmt die Straße kein Ende. Als fasst 1:45h auf meinen SRM stehen, denke ich mir das der Kollege George wohl die Km etwas verhauen hat. Naja, alles nicht so schlimm. Die Autofahrer hupen immer noch freundlich und irgendwann muss ich ja da sein. Aber da macht mich das Schild mit den 10% Anstieg irgendwie nachdenklich. Mir gehen so langsam die Gänge aus und ich fahre jenseits der 100 Watt Grenze den ganzen Berg hoch. Ok, für das Selbstvertrauen gut, dass ich die Wattzahlen auf Dauer halten kann, aber irgendwie war das so nicht geplant. Endlich - Kuppe erreicht! Nach einem weiteren kleinen Anstieg in einem engen Dorf ist die Strecke erreicht! Als erstes muss ich George erst einmal böse angucken :-) Andrea und Stefan haben die Strecke schon ausgiebig erkundet und George und meine beiden Helden wollen dann meine Meinung bezüglich der Strecke haben, weil sie doch recht selektiv ist. Aber was wollen wir ? Natürlich meine ich: "der heftige Anstieg bleibt drin".
Die Strecke soll morgen noch gereinigt werden und der Spaß kann am
Samstag beginnen. Der Weg nach Hause war übrigens eine Entschädigung für die
Anfahrt, wir fuhren locker einen 40Km Schnitt, fasst ohne zu treten !!! das
noch einmal zum Thema eben. Ach ja, zum Mittagessen haben wir es rechtzeitig
geschafft. Neue Infos folgen…. Viele Grüße Andrea / Stefan / Torben
Donnerstag 10.Apr
Nach dem doch recht anstrengenden Tag von gestern, standen für Andrea und mich Intervalle auf dem Plan. Stefan wollte eine Stunde locker fahren, sodass wir beide unsere „Hausrunde“ zusammen angingen. Andrea wollte mit Yvonne (Deutschland, LC2) die Berge erkunden und brachte die Erkenntnis mit nach Hause, dass auf Kreta nach jedem Berg ein neuer Berg wartet.
Da es heute abermals wieder recht warm wurde, entschied ich mich die Intervalle etwa zu verkürzen. Wie gestern schon beschrieben, haben die Einheimischen ein ganz anderes Verhältnis zu uns Handbikern. Es ist kaum vorzustellen, aber da hielt uns ein Autofahrer mitten auf den Berg an um uns zu erklären, dass er es für bedenklich hält wo wir hier fahren. Man sollte jetzt denken, er würde uns in die Schranken weisen und den Oberlehrer raushängen - weit gefehlt! Der nette Herr hat gewendet und ist mit Warnblinker und einer Selbstverständlichkeit den ganzen, nach seiner Meinung kritischen Bereich, als Geleitschutz hinter uns her gefahren. Unglaublich aber war! Seine Begründung war auch sehr lustig, er meinte die griechischen Autofahrer seien nicht die besten und die von Kreta noch viel schlimmer. Da kam mir doch gleich der Vergleich zu den Piloten aus Pi, ein Gruß an meinem Freund Lars J
Am Nachmittag habe ich mein Bike schon mal für Samstag hergerichtet, da ich morgen nur noch eine Installationsrunde fahren möchte. So langsam kommt hier im Hotel auch Rennstimmung auf, da immer mehr Athleten eintreffen. Leider sind wir Handbiker nicht so zahlreich vertreten, sodass ich in meiner Klasse A keine Gegner vor Ort habe, aber Rennkilometer sind immer noch anders als Trainingskilometer also wichtig.Viele Grüße aus der Sonne von den Drei MuskelTieren
Freitag 11.Apr
Das Wetter war abermals nicht zu toppen und eher zu warm, sodass ich meine Installationsrunde sehr kurz hielt und mich mehr um das leibliche Wohl kümmerte. Am Morgen stand noch ein Fotoshooting an, um die Sponsoren auch ein wenig neidisch werden zu lassen. Meine Enduro Freunde mit den orangenen Fahrzeugen (KTM) sind auch wieder vor Ort und hatten mächtig viel Heldengeschichten zu erzählen.
Die Carbonscheiben sind montiert und mein edler SOPUR-Renner brennt schon auf seinen Einsatz. Andrea und Stefan haben brav ihren Trainingsplan erfüllt und sind guter Dinge. Lars, mein "Betreuer auf Lebenszeit" auch genannt "die Maschine aus Pi", hat nun auch endlich den Weg zu uns gefunden so, dass jetzt nichts mehr schief gehen kann. Mein Teamchef Errol hat mir schon per e-Mail die Taktik für die kommenden Rennen vorgegeben und ich gehe jetzt langsam in die Horizontale.
Bis Morgen Euer Torben
Samstag 12.Apr
Zeitfahren - 'AEGEAN-TALOS CUP' Kreta
Nachdem gestern erst sehr spät die Daten (Startzeiten …) für den nächsten Tag feststanden und wir fast alle schon brav im Bett lagen, trafen wir uns alle recht früh zum Frühstück. Die Organisation war, wie die Tage zuvor, abermals wieder absolut geglückt. Wir wurden mit 2 Fahrzeugen und einem großen Anhänger zur Strecke gefahren und kamen pünktlich vor Ort an. Schon beim Aussteigen merkten wir, dass die Temperatur am Ort des Rennens deutlich wärmer war, als im Bereich des Hotels. Ich ahnte böses!
Lars unser neues Handbike-Mädchen kurz „Handbikemama“ für alles, hatte alles super im Griff und beförderte alle Räder zum Startbereich, wo auch etwas mehr Schatten vorherrschte. Die Strecke wurde auch wie versprochen von den meisten Steinen und Unrat befreit, sodass es kaum Reifenpannen gab. Wir konnten uns, da zwischen den Läufen 40 Minuten Zeit war, gut auf der Strecke einfahren. Erst jetzt wurde uns so richtig bewusst, dass es ein absoluter Kniebike Kurs war. Ohne Absperrungen waren die Kurven deutlich weiträumiger. Leider gelang es aus Orga-Gründen nicht meine Startzeit zu verschieben. Als ich als A-Fahrer genau um 12:15 Uhr starten durfte wurden lockere 37°C gemessen. Wir starteten in 2 Minuten Abstand. Für mich war die Temperatur leider nicht sehr gut zu kompensieren, sodass ich auf der langen Geraden, wo die Luft regelrecht stand, arge Probleme hatte. Selbst den Fahrern aus den anderen Klassen war die Temperatur meist zu hoch und alle waren sich einig, das war eine mächtig „heiße“ Nummer. Ich für meinen Teil war nicht so ganz zufrieden, da ich mir etwas mehr Wattzahlen im Schnitt vorgenommen hatte. Durch die hohen Temperaturen waren diese aber nicht umzusetzen. Da tröstet es auch nicht, dass ich im Zielsprint auf 487 Watt in der Spitze kam. In der Division B kam es auf ein Zusammentreffen von Stefan Bäumann und Tobias Knecht. Da Stefan mit den hohen Temperaturen auch nicht auf Du und Du ist, war er auch nicht ganz zufrieden. Bei Tobi differierte die Zeitnahme mit seiner gestoppten Zeit auf seinem SRM, da ist noch etwas Aufklärungsbedarf und wir warten noch auf die offiziellen Ergebnisse. In der Division C waren gleich 3 Spitzenpiloten am Start. Bernd Jeffre (Liegebike) und die beiden Kniebiker, Norbert Koch und Norbert Mosandl. Wie schon angedeutet, war der Kurs zu selektiv um Bernd eine reelle Chance auf einen Sieg einzuräumen. Trotzdem gaben sich die 3 ein recht enges Rennen, das wie folgt ausging: 1.Norbert Mosandl 2.Norbert Koch 3.Bernd Jeffre. (Offizielle Zeiten folgen) Andrea war, wie ich auch, ohne Konkurrenz vor Ort und hat trotzdem eine beindruckende Performance abgeliefert. Auf den letzten Metern war ich für Sie auf Sichtweite, aber da mein Liegebike in der Abfahrt deutlich mehr Geschwindigkeit aufnahm und ich ja die letzten Meter mit hoher Geschwindigkeit/Watt zahl fahren konnte, hat Sie mich nicht mehr überholen können … höhö.
Nach dem Rennen sind einige Fahrer mit ihren Bikes Richtung Hotel aufgebrochen und der Rest wurde mit einem PKW Shuttelservice zum Hotel gefahren, wo wir dann alle noch zusammensaßen und das Rennen Revue passieren ließen.
Bis morgen Torben
PS. Info für Freddy, die Belegschaft der Kini-Gang hat gewechselt und der
Mechaniker durfte 36 !!!! Luftfilter waschen, der ganze Hotel Vorplatz roch nach
Benzin und Kettenspray, welch eine Wohltat
J
Sonntag 13.Apr
Straßenrennen - 'AEGEAN-TALOS CUP' Kreta
Wie schon am Vortag wurde nach dem Frühstück die Abholung zu um 9:30-10:00 Uhr taxiert. Da am Tag zuvor einige Bikes vor Ort blieben, die Organisatoren aber dachten es seien alle Handbikes dort geblieben, waren leider zu wenig Kapazitäten bei den Fahrzeugen die uns abholten vorhanden. So wurden wir in 2 Etappen abgeholt. Trotzdem sind alle pünktlich zum Warmfahren vor Ort gewesen. Andrea nutze dann die Wartezeit, sich noch einmal etwas hinzulegen.....
Angekommen vor Ort war, wie gestern auch, schon wieder Hochstimmung. Das ganze Dorf schien als wenn sie eine Bergankunft der Tour de France erwarteten. Ganz südländisch saßen „ältere“ Herren in den Dorf -Kaffee`s und manche schienen nur darauf gewartet zu haben, ihre Deutschkenntnisse mal wieder aufzufrischen. Auf jeden Fall konnte ich manche der Herren besser verstehen als unsere Bayrischen Teammitglieder J
Unsere Startzeit wurde auf 12:30Uhr gelegt und wir starteten 2 Minuten hinter einer Gruppe Radfahrer, unter ihnen auch Yvonne (LC2) die mit Andrea das Zimmer teilt.
Das Wetter zeigte sich wieder von der „besten“ Seite und meinte wohl, dass wir weil es Zuhause so kalt ist, etwas mehr Wärme bräuchten. Also wieder bis zu 37°C! Der Wind war zu gestern noch etwas stärker, was sich auf der langen Geraden nicht gerade positiv bemerkbar machte L
Startschuss: die beiden Kniebiker Norbert Koch und Norbert Mosandl nebst Liegeradfahrer Bernd Jeffre gingen in die Führung. Gefolgt von Andrea Eskau / Stefan Bäumann / Tobias Knecht. Ich ließ es in Anbetracht der hohen Temperatur etwas ruhiger angehen. Zuvor wurde uns mitgeteilt, dass man bei Überrundung nach Beendigung der Runde das Ziel erreicht hat. Da bei uns 5 Runden angesetzt wurden, hatte ich mir als Ziel gesetzt 3 Runden zu fahren. Leider stand die Luft noch heftiger als gestern an manchen Stellen der Strecke und der Gegenwind blies dort, wo eh schon die Strecke selektiv war. Folglich holte mich die Meute der B und C Fahrer leider schon in der 2. Runde ein. Bis dahin waren sie noch alle in einer Gruppe zusammen. Für mich war die 2. Runde eigentlich vom Gefühl her die beste. Ich konnte mich auf das Fahren konzentrieren und nicht nur, wegen der Hitze, aufs „Überleben“. Schade, ich währe gerne noch eine Runde gefahren um die extremen Verhältnisse für die Zukunft besser lesen zu können.
Also musste ich nach der Runde raus und konnte das Rennen anschauen.
Also, was sich die Jungs nebst Andrea dort für eine Vorstellung gegeben
haben war absolute Weltspitze. Die „Internationale Deutsche Meisterschaft“
wurde wie folgt entschieden 1.Norbert Mosandl 2.Norbert Koch 3.Andrea Eskau
!!!!!!!! gefolgt von Tobias Knecht, Stefan Bäumann, Bernd Jeffre und mir.
Auf den Papier habe ich also Bernd vor mir her gejagt
J
Ich glaube, wir alle waren mehr oder weniger mit dem Ausgang des Rennens zufrieden und nehmen Erkenntnisse aus dem Rennen mit nach Hause. Nach dem Rennen ging es geschlossen zum Essen und zur Siegerehrung. Ich zog es vor gleich ins Hotel zufahren. Nach meiner Bitte, mich dorthin zu bringen, wurde das sofort organisiert. Unglaublich wie nett und unkompliziert die Organisatoren hier agieren.
Auf jeden Fall gab es nicht ansatzweise etwas zu bemängeln, und wir hoffen alle, dass es nächstes Jahr eine Wiederauflage geben wird.
Viele Grüße von Andrea – Yvonne –Torben – Stefan – Bernd – Tobi und den Norberts.